• Nancy Langnickel

“Wir sind das Auge für die Feuerwehr” – das hhpberlin-Team Brandschutzdokumente stellt sich vor

Exakt und bis ins kleinste Detail – die Mitarbeiter vom hhpberlin-Team Brandschutzdokumente erstellen Pläne zur Dokumentation von Gebäuden: Feuerwehrpläne sowie Flucht- und Rettungspläne. Das klingt nach Schreibtischtätern und DIN-Normen-Junkies. Weit gefehlt! Hier sind erfahrene Spezialisten am Werk, die spannende Bauprojekte begleiten und – wie kaum ein anderer – in die Welt der Architektur vordringen.

Was genau sind eure Aufgaben im Team Brandschutzdokumente? Wie kann ich mir eure tägliche Arbeit vorstellen?

Eileen: Wir erstellen Brandschutzdokumente, die eine schnelle Orientierung innerhalb und außerhalb von Gebäuden und baulichen Anlagen ermöglichen. Wir dokumentieren alle wichtigen Informationen über Rettungswege, und – speziell für die Feuerwehr – Angriffswege, Brandschutz- und Löscheinrichtungen sowie besondere Gefahrenschwerpunkte. Diese Dokumente erzeugen wir auf Basis von Architektenplänen.


Unsere Arbeit beginnt meist mit der Bereinigung solcher Pläne. Für uns zählt der reine Grundriss: Wände, Türen, Fenster. Den „nackten“ Plan überprüfen wir während einer Begehung und ergänzen ihn mit den wesentlichen Informationen für die Feuerwehr. Stimmt der Grundriss? Handelt es sich bei dieser Tür um eine Brandschutztür? Ist das ein vertikaler oder horizontaler Rettungsweg? Hierzu sind wir im ständigen Austausch mit den Auftraggebern oder Architekten, den Eigentümern oder Mietern sowie mit der Branddirektion oder der Feuerwehr. Wir holen fehlende Angaben ein und überprüfen den aktuellen Planstand und die Umsetzung immerzu. Damit sind wir quasi die letzte Instanz kurz vor der Abnahme von Bauprojekten. Man kann sagen, dass wir das Auge für die Feuerwehr sind.


Das klingt nach viel Verantwortung!?


Benedikt: Ja, es braucht wirklich eine genaue Abstimmung. Darauf sind wir spezialisiert. Wir inspizieren die Gebäude komplett vom Keller bis zum Dach und schauen in Bereiche, in die sonst kaum jemand kommt. Wir führen all die benötigten Informationen zusammen. Und damit sind wir diejenigen, die mit unseren Plänen in der wirklich heißen Phase eines Projekts, kurz vor der baulichen Abnahme oder Inbetriebnahme, einen Gesamtüberblick zum Objekt geben.


Benedikt, du bist seit über 20 Jahren Mitarbeiter im Bereich Brandschutzdokumente. Warum hat es dir die Gebäudedokumentation so angetan?


Benedikt: Alles, was du dir an Gebäudenutzungen vorstellen kannst, wird von uns dokumentiert. Und dabei bleibt es eben nicht. Besonders die Begehungen sind regelmäßig hoch interessant, vor allem, wenn man das Glück hat, ein Objekt über einen langen Zeitraum zu begleiten. Ich war als Architekturstudent während der Planung des Berliner Regierungsviertels bei der Vorprüfung der Entwürfe des Wettbewerbs dabei, habe später während des Bauantrags bei den Brandschutzplänen mitgearbeitet und schließlich zur Fertigstellung und darüber hinaus die ganzen Brandschutzdokumente erstellt. Diesen intensiven Einblick hat nicht mal ein Architekt. Für mich als Architekturinteressierten ist das grandios.  


Wie seht ihr anderen das? Erlebt ihr eure Arbeit genauso facettenreich? 


Arvid: Auf jeden Fall. Mich reizt die Vielfalt der Projekte: Das geht vom einfachen Mieterausbau über Einkaufszentren bis hin zu Sportstadien und Flughäfen. Auch der permanente Austausch mit unterschiedlichen Projektbeteiligten und die Abstimmung mit Behörden, Bauämtern und Gemeinden erlauben uns interessante und vielseitige Einblicke.


Eileen: Es sind wirklich viele Facetten. Nicht nur, dass wir an Projekten mit ganz unterschiedlicher Komplexität arbeiten. Auch die Digitalisierung eröffnet uns neue Perspektiven. Das treiben wir für unsere Arbeit an den Brandschutzdokumenten aktiv voran. Großes Potenzial sehe ich vor allem in Geoinformationssystemen, kurz: GIS.


Wie verändert denn der Einsatz von GIS eure Arbeit? Was ist euer Ziel?


Eileen: Wir müssen unbedingt weg von den Papierplänen. Die Feuerwehr nutzt zwar geobasierte Daten, aber ergänzt mit all unseren Informationen, die in den klassischen Feuerwehrplänen zur Verfügung stehen, wird die Nutzung viel ganzheitlicher. Dafür verwenden wir eine Software für Geoinformationssysteme, mit der wir schneller aktuelle Pläne erstellen und Änderungen direkt vornehmen können.


Anders als klassische Feuerwehrpläne stehen die georeferenzierten Pläne nach einem Update allen auf dem Tablet sofort zur Verfügung. Ein Beispiel: Wenn aufgrund langer Bauzeit, wie aktuell am Potsdamer Platz, fünf Hydranten wochenlang gesperrt werden, kann man das digital schnell markieren. Mit klassischen Feuerwehrplänen dauert es Wochen, bis alle über den aktuellen Stand informiert sind.


Dieses Thema treiben wir voran. Es ist natürlich ambitioniert, eingeschliffene Strukturen aufzubrechen. Innovationen sind immer herausfordernd und mit viel Kommunikation verbunden. Klar ist jedoch: Wenn der vorbeugende und abwehrende Brandschutz digitaler werden, minimieren wir Abstimmungsaufwand und beschleunigen Freigabeprozesse.


Was war euer beeindruckendstes Projekt?

Tillmann: Ich hatte kürzlich die Gelegenheit, bei der Begehung der Staatsbibliothek Berlin dabei zu sein. Diesen exklusiven Blick auf die alten Kulturgegenstände fand ich überwältigend. Und ich bin auch immer wieder vom Hochhausbau fasziniert, besonders von der Technik, die dort verbaut ist.


Eileen: Mich beeindruckt meist die Architektur. Oft bleibt auch die effektive Zusammenarbeit mit den Projektbeteiligten in Erinnerung. Ich arbeite derzeit an einem Laborkomplex. Die Dokumentation der vielen Gebäude und Labore, verbunden mit der Menge an Technik und Chemikalien, das finde ich schon sehr außergewöhnlich und herausfordernd.


Benedikt: Ich fand die Begehung des Berliner Hauptbahnhofs inklusive Nord-Süd-Tunnel für Fern- und S-Bahn, oberirdisch und unterirdisch, sensationell. Parallel dazu die Münchener Allianz Arena und viele weitere Projekte, die wir im Zuge der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 bearbeitet haben. Das war ein großes Bauvolumen, das wir in relativ kurzer Zeit mit einem damals noch sehr kleinen Team dokumentiert haben.


Ihr seid immerzu mittendrin im Projektgeschäft. Da gibt es doch ständig Termindruck, oder?


Benedikt: Projektarbeit bringt natürlich Termindruck mit sich. Ohne unsere Pläne kann zum Beispiel ein neues Hotel oder eine Shoppingmall nicht in Betrieb gehen. Wir kommen erst relativ spät zum Einsatz, damit wir uns ein möglichst fertiggestelltes Objekt komplett anschauen können. Wir müssen zeitlichen Verzug meist ausgleichen, stehen aber selbst vor zeitlichen Verzögerungen, wenn beispielsweise bei einer Shoppingmall die Nutzer ihre Mieteinheiten möblieren und feststellen, dass die Feuerlöscher im Weg sind. Dann kommen die Änderungen und das muss entsprechend in unseren Plänen dokumentiert werden.


Eileen: Dabei kann uns Building Information Modeling künftig perfekt unterstützen. Durch die gemeinsame Arbeit im digitalen Zwilling eines Gebäudes arbeiten alle Beteiligten an demselben Planstand. Ist an dieser Wand Platz für das Wandgemälde oder hängt da ein Flucht- und Rettungsplan? Solche Diskussionen, die oft am Ende geführt werden und Zeit kosten, fallen dadurch weg.


Manuela: Auch innerhalb des Teams gelingt es uns gut, uns zu unterstützen und aufeinander zu verlassen, wenn es mal stressig ist oder irgendwo hakt.


Klingt nach ausgeprägtem Teamgeist...


Arvid: Ja, wir haben eine wirklich sehr gute Teamdynamik. Es gibt keine Einzelkämpfer. 


Tillmann: Ich bin ja noch nicht so lange dabei, aber diese Mischung des Teams hat mich sofort überzeugt. Wir können unsere Stärken und Schwächen super untereinander ausgleichen: Jeder kann irgendwas besonders gut und ist auch bereit, sein Wissen zu teilen. 


Manuela: Es gibt es mittlerweile auch nicht mehr die Erwartung, dass jeder alles gleich gut können muss.  Das ist wirklich ein Vorteil – vor allem bei komplexen Projekten, die man nicht alleine stemmen kann. Dann gibt es unsere Spezialisten für Begehungen oder für die Abstimmung mit den Auftraggebern, die kaufmännischen Talente mit Vorliebe für Angebotsverhandlungen und die Fleißbienchen, die sich lieber der Planbereinigung annehmen.


Euer Team ist in den letzten Jahren gewachsen und aktuell sucht ihr wieder Verstärkung. Was muss man denn mitbringen, um Teil eures Teams zu werden?  Und was bietet ihr?


Manuela: Eigentlich ist jeder willkommen. Wir sind ein bunter Mix aus Bauzeichnern, Ingenieuren, Architekten und kompletten Quereinsteigern. Es geht also nicht allein um das Fachliche. Die menschliche Basis muss stimmen. Um herauszufinden, ob das passt, laden wir unsere Bewerberinnen und Bewerber immer zu einem Schnuppertag ein, um uns gegenseitig zu zeigen, was uns in der Zusammenarbeit erwartet. Menschlich und fachlich. 

Tillmann:  Ein Beispiel, warum ich mich bei hhpberlin gleich wohlgefühlt habe, ist das eigenverantwortliche Arbeiten an den Projekten. Sehr wertvoll sind auch die individuellen Arbeitsmodelle, die für jede Lebenssituation eine Lösung parat haben. Was mich auch von Anfang an überzeugt hat, ist die moderne, digitale Arbeitsumgebung. 


Du willst Deine Zukunft gestalten? Und den Brandschutz von morgen? hhpberlin sucht Verstärkung im Team Brandschutzdokumente. In Berlin, Braunschweig, München, Hamburg und Frankfurt. Mit Talent, aber vor allem mit Begeisterung für Gebäudedokumentation.


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