• Nancy Langnickel

25 Jahre Freiwillige Feuerwehr

Mit neun Jahren schnupperte er das erste Mal Feuerwehrluft bei der “Arbeitsgemeinschaft junger Brandschutzhelfer”. Nach der Wende trat er in die Freiwillige Feuerwehr ein, jetzt feiert er “Silberhochzeit”: hhpberlin-Geschäftsführer Stefan Truthän erhielt das Feuerwehr- und Katastrophenschutz-Ehrenzeichen für 25 Jahre ehrenamtliches Engagement. Innen-Staatssekretär Torsten Akmann verlieh die Auszeichnungen im Bärensaal des Alten Stadthauses in Berlin im Beisein von Landesbranddirektor Dr. Karsten Homrighausen und seines Ständigen Vertreters Karsten Göwecke.


DDR- und Wendezeit 


Noch zu DDR-Zeiten begann Stefan Truthäns Feuerwehr-Geschichte. Fünf Jahre lang wirkte er bei der “Arbeitsgemeinschaft junger Brandschutzhelfer” in der Südthüringer Gemeinde Judenbach mit. Nach der Wende wollte er sich ganz auf sein Abitur konzentrieren, doch bei der Feuerwehr wurden Helfer gesucht. Sein Zwillingsbruder überredete ihn, wieder mitzumachen und Stefan Truthän überlegte nicht lange. “In die Zeit nach der Wende fielen die Beschaffung neuer Fahrzeuge und der Bau eines Feuerwehrgerätehauses. In dieser Phase bin ich schnell in die Rolle des Verantwortlichen gekommen, habe den Verein und die Feuerwehr mit aufgebaut und wurde schließlich als stellvertretender Wehrleiter gewählt”, so Truthän.


Vieles hat er erlebt in diesen Jahren. Besonders prägend waren mehrere aufeinanderfolgende Brände, die ein Brandstifter aus den eigenen Reihen in Judenbach gelegt hatte. Eine harte Bewährungsprobe für die Gemeinschaft, wie sich Stefan Truthän erinnert: “Er war einer unserer Feuerwehr-Kameraden und hat die Brände, die er selbst gelegt hatte, auch mitgelöscht. Diese Geschichte hat die Feuerwehr und das Dorf im Gefüge eine Zeit lang ans Limit geführt.”


FFF – Freiwillige Feuerwehr Friedrichshain 


Durch das anschließende Studium in Ilmenau war Truthän nur noch an den Wochenenden vor Ort, jedoch stets engagiert, wenn es darum ging, die Vereinsaktivitäten zu organisieren und mit Leben zu füllen. Im Jahr 2000 zog er mit seiner Frau nach Berlin und sein Engagement ruhte. 2004 trat er in die Freiwillige Feuerwehr Friedrichshain ein und ist ihr bis heute treu geblieben. Von 2007 – 2014 war Stefan Truthän Stellvertretender Wehrleiter und erlangte eine ganze Reihe an Zusatzqualifikationen. In den letzten Jahren konnte er aufgrund seiner Geschäftsführertätigkeit bei hhpberlin zu seinem Bedauern immer weniger Zeit aufbringen.


Das Ehrenamt fördern


Heute fährt er nur noch bei wenigen Einsätzen mit, konzentriert sich auf das politische Netzwerken und die Förderung des ehrenamtlichen Engagements. "Arbeitgeber tun sich immer schwerer damit, Mitarbeiter für Einsätze in der Feuerwehr oder dem Katastrophenschutz freizustellen. Das ist schade. Bei hhpberlin muss sich keiner schämen, wenn er oder sie tagsüber zu einem Einsatz muss. Wir haben viele aktive Ehrenamtler und die wissen natürlich zu schätzen, dass ich auch bei der Feuerwehr bin” bekräftigt Truthän.


Dennoch sei es eine große Herausforderung als Führungskraft in der Feuerwehr ein Team zusammenzuhalten und zu motivieren: “Feuerwehr ist kein Hobby, das ist eine Berufung. Es ist sehr tough. Die Ausbildung dauert lange, du musst dich selbst kümmern, viele Zertifizierungen machen. Die Leute, die in der Innenstadt leben, die können sich das kaum mehr leisten. Da gibt es einen Clash zwischen Ehrenamt und wachsender Stadt. Auch die Individualisierung der Leute sehe ich als Herausforderung. Nach den Einsätzen geht jeder seiner Wege. Es ist nicht einfach, da eine Einheit zu erzeugen.”


Für die Zukunft wünscht er sich, noch vieles bewirken zu können. Als Gründer und Geschäftsführer arbeitet er aktiv an Lösungen für künftige Herausforderungen - ganz im Sinne einer nachhaltigen Sicherheit.

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